Die großen Zeiten des Aufbruchs, ausgelöst durch die Rockmusik der 60er und ihrer bekanntesten Ver­­treter, der Beatles oder der Rolling Stones, waren vorbei und die Illusion, die etablierte Welt aus den Angeln zu heben, erloschen. Große Enttäuschung machte sich breit; die Jugendbewegung war weltweit in vier Teile zerbrochen. Die erste Gruppe versank im Sumpf von Haschisch und halluzinogenen Drogen.

Die zweite wollte nichts mehr von den propagierten Idealen wissen, manche behaupteten sogar, sie wären nie dabei gewesen. Die dritte radikalisierte sich und versuchte mit Gewalt, den Staat und das „System“ in die Knie zu zwingen. Daraus entstanden Gruppen wie die R.A.F. in Deutschland.

Der vierte Teil, dem ich mich zugehörig fühlte, folgte dem aufgekommenen Ruf nach Osten und brach, mit Herrmann Hesses Büchern in der Tasche, auf dem Landweg nach Indien auf. Sein Buch „Morgenlandfahrt“ war für mich und viele andere zu einer Art Bibel geworden. Für uns war nicht das Ziel das Ent­scheidende, sondern der Weg dorthin. Es ging nicht nur um die vielen neuen, äußeren Eindrücke, sondern um die Reise nach innen, zu uns selbst. Mit diesem Gedanken waren Hunderttausende aus aller Welt unterwegs.

Auf meiner Reise lernte ich unter anderem einen Swami kennen, der uns in seiner Heimatsprache sein Leben in Form von Mantren vortrug und den wir in unserer eigenen Muttersprache singen hörten, eine deutsche Einsiedlerin, die hoch in den Bergen in einer Höhle lebte, und Südindiens Wunderheiler Satya Sai Baba, der damals tatsächlich noch Wunder wirkte, wie Jesus Christus vor 2000 Jahren.

Schließlich fand ich eine neue Heimat für 15 Monate: Auroville, die internationale Yogastadt in Südindien, auch „die Stadt der Zukunft“ genannt. Ich lernte dort 1972 die Mutter Mira, die Haupt­schülerin und Nachfolgerin von Sri Aurobindo, im Alter von 95 Jahren, kennen. Es sollte ihr letztes vollendetes Lebensjahr sein. Außerdem war ich dabei, wie die Fundamente für Matrimandir, den kugelförmigen Tempel im Zentrum der Stadt, gegossen wurden, genauso wie bei der Pflanzaktion von 80.000 Bäumen innerhalb von 14 Tagen.

Nach zwei Jahren kehrte ich nach Deutschland zurück, nicht als gescheiterter, sondern als geläuterter, veränderter Mensch, der sein größtes Problem, den Alkoholismus, überwunden hatte.

Es war eine große Zeit, die mich und Hunderttausende anderer junger Menschen für ihr ganzes Leben prägten. Deshalb ist es das große Anliegen meines Buches, daran mitzuwirken, dass diese so wertvollen Erfahrungen meiner Generation nicht verloren gehen.

Es soll ermutigen, sich über die Angst, eine Karriere zu verpassen, hinwegzusetzen, auszusteigen und eine Reise anzu­treten, bei der weder der Tag der Ankunft noch derjenige der Rückkehr vorher festgelegt ist. Auch heute noch ist es möglich, andere Lebenswege einzuschlagen.

Mein Buch tritt für das uns allen innewohnende menschliche Streben nach einem Leben mit geistigem und spirituellen Zielen ein. Es greift die Ideale des Ostens auf und wünscht dass sich diese und unsere Kultur gegenseitig befruchten, um eine neue gemeinsame Zukunft des Teilens und des Miteinanders zu schaffen.

Die Werte unseres jetzigen Systems bringen Konkurrenzdenken und gnadenlosen Kampf um den Weltmarkt hervor. Sie lassen die natürlichen Ressourcen unseres Planeten rasant dahinschwinden. Doch in Wirklichkeit ist genug da für alle, wenn wir uns von Gier und Machtdenken freimachen. Es ist höchste Zeit, umzudenken!

Wenn es eine gemeinsame Zukunft geben soll, dann müssen wir mit unserer Heimat, der Erde behutsamer umgehen und ihre Geschenke an uns gerechter verteilen.

 Ich bin von ganzem Herzen dankbar, wenn dieses mein Buch seinen Anteil dazu beiträgt.


Bei Wer kennt wen teilen
8
 Einleitung Erleuchtung Deinen Freunden im VZ zeigen.
7
 Einleitung Erleuchtung Deinen Freunden auf MySpace zeigen.
9
Delicious
8
0
Einleitung Erleuchtung - Auf Twitter teilen.
Einleitung Erleuchtung - auf LinkedIN teilen
8
Einleitung Erleuchtung - Auf Google Plus teilen.
15
 Einleitung Erleuchtung Ihren Kontakten auf Xing zeigen.
8


Sei der erste, dem das gefällt