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Vision Quest

Seit Jahren weiß ich schon davon, schließlich bin ich ja Abonnent der „Connection“ und mache mir die ganze Zeit Gedanken, wann und mit wem ich eine solche durchführen könnte.

Was unter Vision Quest überhaupt zu verstehen ist? Nur ganz kurz: Es geht um einen drei- bis viertägigen Aufenthalt allein und nur Wasser trinkend in der Wildnis verbunden mit der Suche nach seiner Lebensvision Ich finde, genauere Infos kann sich jeder selbst aus Büchern oder aus dem Internet holen. Mir war auch von Anfang nicht die Frage, ob Ja oder Nein, wichtig und an Motivation fehlte es mir auch nicht. Ich, ein vaterlos aufgewachsenes Kind, hatte mein ganzes Leben große Ideale und Ideen, doch in der Realität konnte ich sie nur in Ansätzen umsetzen. Mir fehlt es wohl hauptsächlich an Durchsetzungsvermögen und entsprechend selbstsicherem Auftreten, alles typische männliche Attribute. Deshalb die Frage: bin ich überhaupt ein „richtiger“ Mann? Leider kann ich bis heute diese Frage nicht mit einem klaren „Ja“ beantworten. Früher wurden die heran­wachsenden Jungen, und zwar in allen Kulturen,  in einem bestimmten Alter mittels eines Rituals initiiert und dann offiziell in den Kreis der erwachsenen Männer aufgenommen. Vielleicht ist es gerade das, was heutzutage mir und vielen anderen Männern auch fehlt, deshalb mein Traum von einer Vision Quest.

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Ein Tag ohne BILD

1968 war ich gerade in meinem zweiten Lehrjahr als Kellner in einem Weinlokal in München beschäftigt. Politik hatte mich bisher nur am Rande interessiert, doch in den letzten zwei Jahren hatte sich in Deutschland einiges geändert. Politik war nicht mehr nur todernst sondern auch lustig geworden, es gab „Happenings“ auf der Straße und im Englischen Garten. Junge Menschen, zum Großteil Studenten, saßen im Freien zusammen, einige musizierten, andere rezitierten selbstverfasste Texte mit politischem Inhalt und riefen zu Aktionen auf. Ziel war, die verkrusteten Strukturen der Gesellschaft aufzubrechen.

Eines Tages ging ich gerade durch Schwabing, als Fritz Teufel, der Politclown der 68-Szene, mit 15 Begleitern johlend aus dem Cafe Luitpold (dem Treffpunkt der Neureichen) kam. Sie hatten dort als Gruppe Kaffee getrunken und sich etliche Stück Kuchen einverleibt, ohne zu bezahlen, bzw. die Geschäftsleitung hatte nicht gewagt, auf der Begleichung der offenen Rechnung zu bestehen, denn vor kurzem war Fritz auf der 1.Seite der Boulevardpresse Münchens abgebildet worden, wie er gerade an einem Kuchenbüffet eine Tortenschlacht inszenierte. Eine Sponti-Aktion nannte sich dies damals.

Ich selbst hätte mir nicht getraut, an so einer Aktion teilzunehmen.

Der Gründonnerstag des Jahres 1968 veränderte die Welt, nicht nur in München: Ein einfacher Arbeiter hatte drei Schüsse auf den charismatischen Studentenführer Rudi Dutschke in Berlin abgegeben. Das Bild, wie dieser durch die Kopfschüsse schwer verletzt in einer Blutlache lag, ging durch die Massenmedien, noch mehr aber, was danach geschah. Der Attentäter blieb seelenruhig stehen, bis die Polizei kam und erwartete statt einer Verhaftung die Verleihung eines Ordens, da er den „Staatsfeind Nr.1 der BRD“ liquidiert hätte!

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Die Machtergreifung

Schon vor längerer Zeit war ich zu Besuch bei alten Freunden, Arnold und Sabine mit Namen. Sie wohnten idyllisch in ländlicher Gegend, nahe am Waldrand. Der Platz war so abgelegen, dass ich extra ein Auto mieten musste, denn ein eigenes besaß ich nicht, um dorthin zu gelangen.

Ich wurde herzlichst begrüßt, und nach einer Tasse Kaffee und einem Stück Biskuitkuchen zeigte mir der Hausherr sein Reich. Es handelte sich um ein altes Bauernhaus und einem Stück Land mit kleinen Weiher am Waldrand. Das Haus war in gutem Zustand, gerade erst renoviert und bestand aus sieben Zimmern und einer gemütlichen Stube mit Kachelofen.

„Was macht ihr mit so vielen Zimmern?“

„Wir haben ein gemeinsames großes Schlafzimmer, je einen Raum für jeden von uns, um uns zurückziehen zu können, wenn wir allein sein wollen, mein Büro, einen Lagerraum und die letzten zwei Zimmer wollen wir als Kinderzimmer einrichten für unseren Nachwuchs.“

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