Hauptmenü

Kennenlernwoche 7 Linden 2009

 

In letzter Minute haben Nina, meine Frau und ich, uns zu folgendem Kennenlern-Urlaubswoche angemeldet:

 Urlaub im Ökodorf bis 28. Aug 09

Urlaub einmal anders? Entspannen und genießen, die Seele baumeln lassen und das Ökodorf kennen lernen? Ohne viel festgelegtes Programm, aber mit der Möglichkeit, das Ökodorf hautnah zu erleben. Neben einer Führung durch das Ökodorf, einer Fachführung (Strohballenbau/Energie) und der Möglichkeit an offenen Gemeinschaftsangeboten teilzunehmen, laden unsere Kraftplätze und unser leckeres vegetarisches/veganes Bioessen zum Auftanken und Genießen ein ...

Das klingt gut!

 

So machten wir uns auf den Weg nach Poppau in der Altmark und wurden prompt überaus freundlich von einer Frau namens Kareen  begrüßt.

 

Wir, eine Gruppe von 13 Erwachsenen und 6 Kindern, konnten das gebotene Programm sogar nach unseren Wünschen und Bedürfnissen selbst zusammenstellen. Angebote gab es reichlich, von einer Dorfführung, einer Kutschenfahrt mit Odin und Freya, den beiden Haflingern als Zugpferde und der „Pferdeflüsterin“ Silke durchs Gelände, bis hin zu einem ausführlichen Gespräch mit einem der Konstrukteure des „Spiralhauses“.

Die Dorfführung war kostenlos, der Rest wurde zu einem fairen Preis angeboten, der obendrein durch die Zahl der Teilnehmer geteilt wurde, sodass es für Jeden nur wenige Euros kostete.

Und der Preis für gutes biologisches Essen, Unterkunft und Betreuung: 200€ - für 5½ Tage  wirklich günstig! Außerdem konnte sich jeder Teilnehmer kostenlos ein Fahrrad bei Sancho mieten und damit die umliegende schöne Landschaft der Altmark erkunden.

 

Das uns zugewiesene Zimmer war einfach und sauber.

Es gab funktionierende Komposttoiletten auf dem Gelände, wahrlich keine Selbst-verständlichkeit, wie ich aus eigener Erfahrung weiß! Eine Kiste mit Sägespänen, eine Schaufel daneben und ein unübersehbare Anleitung, wie die Toilette zu benützen  und sauber zu halten sei. Ich war beeindruckt!

In den Bädern lag biologisches Shampoo und Duschgel kostenlos bereit, denn im Ökodorf  wird darauf geachtet, nur schnell abbaubare Stoffe mit sowenig Chemie als möglich, zu verwenden. Bei der Gartenführung wurde uns auch die Kläranlage gezeigt, die laut deren Angaben nur ein Zentel der üblichen Klärleistung benötigt.

 

Die Küche bot 3x am Tag veganes Essen an, wobei dies nicht dogmatisch gehandhabt wurde. Wer wollte konnte Kuh- statt Sojamilch und Joghurt aus der Küche holen.

Jede Mahlzeit begann mit einem Kreis und der Einstimmung auf das Geschenk des Essens; das Mahl selber verlief entspannt und unkompliziert. Wir, die Urlauber, hatten unseren eigenen Tisch im Innenhof, den unsere Betreuerin mit uns teilte und bei dieser Gelegenheit auch Fragen beantwortete.

Wir erfuhren eine Menge über  die Geschichte und den Alltag des Ökodorfs.

 

Als Struktur haben die Bewohner die Basisdemokratie gewählt:

„Wir streben an, alle Entscheidungen im Konsens der Betroffenen zu treffen Alle Menschen, die hier leben, sollten mit den gemeinsam getroffenen Entscheidungen zumindest leben können. Das heißt nicht, inhaltlich einer Meinung sein zu müssen. Nicht Übereinstimmung und Gleichförmigkeit ist unser Ziel, sondern die gegenseitige Akzeptanz und das gemeinsame Suchen nach einer für möglichst alle guten Lösung“.

 

7 Linden ist ein Pionier, was den Strohballenbau  betrifft, Sie haben sogar einen Verein gegründet und dem ganzen einen rechtlichen Rahmen gegeben. Diese Technik des Häuserbaus ist unterdessen offiziell anerkannt und genehmigt.

 

Bei der Führung durften wir die Strohballen-Lehmhäuser bewundern, unter ihnen das billigste Haus Deutschlands, das Experiment Club 99, das für sage und schreibe  Siebentausend Euros Materialkosten gebaut wurde. Alle Helfer, die an diesem Projekt mitgearbeitet hatten, taten dies, ohne Lohn; sie hatten also ihre Arbeitskraft kostenlos angeboten. Dies war natürlich eine einmalige Aktion!

Doch es gab auch andere Häuser, z.B. das „Spiralhaus“, ein echtes Luxushaus. drei Personen, darunter ein Arzt,  haben damit einen Wunschtraum Realität werden lassen: ein Haus, das innen  in der Form einer Spirale gebaut ist. In der Mitte ein spiralförmiges Treppenhaus, die Zimmer im Kreis darum angelegt. Die Innenausstattung ist aus Holz und sehr individuell ausgestattet.

Wo das viele Holz herkommt? Aus den umliegenden Wäldern, die größtenteils noch von früher her aus Fichtenmonokultur bestehen. Für jeden Baum, der gefällt wird, pflanzen die Bewohner einen Laubbaum. Auf diese Weise wird aus der Monokultur ein Mischwald.

 

Da in 7 Linden sehr viel Holz und andere natürliche Baustoffe verwendet werden, haben die Bewohner einen Löschteich angelegt und zwar so groß, dass er gleichzeitig als Badeweiher verwendet werden kann, eine Möglichkeit, von der rege Gebrauch gemacht wird. Damit der Teich nicht umkippt, gibt es dort eine Dusche und ein Hinweisschild, sich vor dem Baden zu duschen.

So konnten wir tatsächlich Erholung und Begegnung mit einem außergewöhnlichen Projekt verbinden.

Arbeitseinsatz? Man konnte einen Vormittag bei der Kartoffelernte als Freiwilliger  mithelfen.

Wir waren dabei und es hat uns Spaß gemacht!

 

In unserer Gruppe gab es drei Paare aus Holland mit insgesamt fünf Kindern. Die Dominanz der Holländer war für mich zuerst etwas merkwürdig, doch beim geselligen Beisammensein am Abend, kam es schnell zur Verbrüderung. Sie luden uns sogar für das nächsten Jahr, zu einem im Aufbau befindlichen Ökoprojekt in Holland ein, an dem sie alle beteiligt sind

 

Interessant fand ich besonders die Frage, wie sie mit den verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen der Einzelnen umgehen, um eine einheitliche Richtung zu finden.

Dazu Zitat:

„Wir folgen keiner gemeinsamen Ideologie oder Glaubensrichtung und haben keine ideologischen FührerInnen.

Wir achten darauf, dass etwaige sektenartige Strukturen keinen Einzug ins Ökodorf halten können.

Die verschiedensten spirituellen Ausrichtungen und Glaubensrichtungen sind dennoch vertreten durch die Personen, die sich persönlich für den jeweiligen Weg entschieden haben

(christlich-evangelikal, indianisch-schamanisch, buddhistisch, tiefenökologisch, taoistisch, anthroposophisch, um nur einige zu nennen).

Dennoch läßt sich ein gemeinsamer Geist ausmachen. Die Anerkennung dessen, dass wir innerhalb der Gemeinschaft, so wie mit unseren Mitwesen, der Natur und der gesamten Welt in vielfältiger starker Verbindung stehen. Genau daraus ergibt sich eine Verantwortung für unser Handeln und eine achtsame und mitfühlende Lebensführung“

 

 

Zum Schluss eine unvergessliche Szene:

Eine von den ältesten Genossenschaftsmitgliedern kam beim Frühstücksplatz mit einem Riesenrucksack vorbei, auf dem Weg zum Kailash, Tibets heiligem Berg, wie sie einen Tag vorher verkündet hatte.

Da erhoben sie ein Dutzend Freunde  und Mitstreiter, bildeten blitzschnell eine Kreis, zwei nahmen ihr den Rucksack ab und führten sie in den Kreis. Dann summten und sangen sie zum Abschied, warfen die Hände hoch und beschenkten sie mit allen guten Wünschen auf ihrem Weg.

Welch ein Abschied!

 

Eines ist sicher; ich werde nächsten Sommer wiederkommen und beim Sommercamp und anderen Aktivitäten dabei sein.

 

Die Zitate stammen aus der Textsammlung „ 7 Linden – Lebensentwurf und Realität!

 


Bei Wer kennt wen teilen
8
 Kennenlernwoche in 7 Linden Deinen Freunden im VZ zeigen.
8
 Kennenlernwoche in 7 Linden Deinen Freunden auf MySpace zeigen.
9
Delicious
11
0
Kennenlernwoche in 7 Linden - Auf Twitter teilen.
Kennenlernwoche in 7 Linden - auf LinkedIN teilen
9
Kennenlernwoche in 7 Linden - Auf Google Plus teilen.
12
 Kennenlernwoche in 7 Linden Ihren Kontakten auf Xing zeigen.
8


Sei der erste, dem das gefällt