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Wie alles anfing: Solidarität mit Griechenland

Schon seit geraumer Zeit verfolgten wir die Berichte über Griechenland mit Unbehagen! Der Rettungsschirm brachte zwar zuerst einmal Geld, doch wirklich geändert hatte sich nicht viel; im Gegenteil es erschien uns, dass die griechische Bevölkerung immer mehr in eine Misere rutschte. Wo war das Geld denn nun wirklich hingekommen, etwa in die Hände korrupter Politiker und Banker? Als die Wahlen anstanden, wurden wir mit einer unfairen Propaganda ohnegleichen konfrontiert, in der Richtung „wenn die Griechen tatsächlich die linksradikale Syriza mit Herrn Tsipras an der Spitze wählen, dann sollen ihnen alle Gelder gestrichen werden!“

Das heißt also, dem griechischen Volk wird das Recht abgesprochen, sich ihre eigene Regierung zu wählen? Die Griechen wählten ihn und seine Partei trotzdem; innerhalb weniger Tage stand die neue Regierung; in Deutschland hingegen hatte die letzte Regierungsbildung 3 Monate gedauert! Von Anfang an hatten wir den Eindruck, dass die neue Regierung endlich einmal eine ist, die nicht schon von Anfang an korrupt war, und die fest entschlossen ist, ein neues Griechenland aufzubauen! Aber es sah eher so aus, als sollte die neue Regierung über den Tisch gezogen werden, anstatt ihr eine echte Chance zu geben. Wir informierten uns über ausführlichere Beiträge in den Medien und fällten dann spontan die Entscheidung, nach Griechenland zu reisen, aber nicht nur als gewöhnliche Touristen, sondern als aufmerksame Beobachter und Zuhörer für das, was uns die dortige Bevölkerung zu sagen hat und bei Bedarf unsere Aktion „Solidarität für Griechenland“ zu starten. Dazu hatten wir folgenden Text erarbeitet und an die deutschen Medien geleitet. Deren Reaktion war fast Null, was uns im Hinblick auf den Sinn unserer Aktion erst einmal verunsicherte. Hier der Text:

Solidarität mit Griechenland

Nicht nur Griechenland schuldet uns etwas, sondern auch umgekehrt: Der deutsche Staat schuldet dem griechischen Staat Reparationsleistungen aus der NS-Zeit. Diese Schuld wurde bisher weder endgültig berechnet noch von Deutschland anerkannt. Unser Land hat sich bisher um die finanzielle Aufarbeitung der NS-Schuld an Griechenland gedrückt. Es bringt schließlich mehr Macht, auf die Schulden der anderen zu zeigen und die „Gegenseite“ damit klein zu halten, als zu seinen eigenen Fehlern zu stehen. Fest steht aber schon: Griechenland wurde damals u.a. gezwungen, Deutschland 476 Mio. Reichsmark zu „leihen“, was nie zurückbezahlt wurde. Das sind umgerechnet 11 Mrd. €. Mit Zinsen sind das heute ca. 70 MRD. € (siehe STERN 09/2015, S. 55) Die erscheint hoch, aber das Geld hat ja dem Land in all den Jahren gefehlt und konnte nicht nutzbringend investiert werden. Ob der Staat dies tatsächlich zum Nutzen des Volkes ausgegeben hätte, steht auf einem anderen Blatt; dies erscheint mir bei der jetzigen Regierung erstmals der Fall. Die neue Regierung ist erstmals willens, zugunsten der Bevölkerung zu handeln statt dem Großkapital beim Plündern der Volkswirtschaft zu helfen. Sie sollte daher von der EU unterstützt und nicht blockiert werden. Genau das Gegenteil ist leider der Fall. Dabei kann die griechische Bevölkerung nichts für das Versagen ihrer früheren Regierungen. Die frühere Regierung hat die Schulden gemacht und den Oligarchen zum Fraß vorgesetzt, aber die Bevölkerung muss dafür büßen. Angenommen, unsere Bevölkerung (ca. 80 Mio) muss ebenfalls für die Schulden unseres Staates aufkommen. Staatsschulden werden ja gern als pro-Kopf-Verschuldung ausgerechnet. Die o.g. 70 000 000 000 € : 80 000 000 Personen ergäben einen Anteil von 875 € pro Kopf.

SUnsere Medien schüren in unserer Bevölkerung noch die bornierte Einstellung „die Griechen sollen erst mal ihre Schulden bezahlen“. Dies erinnert an die „Besserwessi“-Sprüche nach der Wende „Die Ossis sollen erst mal das Arbeiten lernen“. Für diese Arroganz unserer Landsleute bzw. „Mit-Wessis“ haben wir uns geschämt. Dabei wäre Solidarität angebracht. Wir in Westdeutschland sind wirtschaftlich besser gestellt, doch gearbeitet wird auch woanders, und oft sogar härter. Es ist uns ein Bedürfnis, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. So kam uns die Idee, als symbolische Geste, einen NS-Staatsschuld-Anteil, 875 €, der griechischen Bevölkerung zukommen zu lassen. Konkret: im Rahmen unseres Urlaubes (im März 2015) unter die Leute zu bringen, an wohltätige Initiativen und Privatpersonen. Wir machen dies öffentlich, um andere anzuregen, ihre Sicht zu erweitern, und unseren Staat zu veranlassen, seine Schuld Griechenland gegenüber anzuerkennen. Wir würden uns freuen, wenn sich andere Menschen auf ihre Weise dieser Aktion (Solidarität mit Griechenland) anschließen würden. Zuschriften bitte an Ludwig Zaccaro Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Nina Lange Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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