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Unser Bild der griechischen Bevölkerung

Wir möchten das falsche Bild von den „faulen Griechen, die unser Geld wollen“ korrigieren, das hier leider durch einseitige Meinungsmache in den Medien entstanden ist, und einige Vorurteile abbauen. Die Griechen arbeiten sehr viel: Viele engagieren sich ehrenamtlich, z.B. in den Wohlfahrtsorganisationen, die übrigens keinerlei öffentliche Gelder bekommen. Viele warten seit Monaten auf ihren Lohn (die Firma kann nicht zahlen), und arbeiten trotzdem dort weiter. In Städten und Dörfern haben wir nur saubere Orte vorgefunden; es liegt am Straßenrand sogar weniger Müll herum als bei uns. Öffentliche Verkehrsmittel fahren pünktlich und sind in gutem Zustand. Termine und Absprachen werden eingehalten. Gaststätten, Herbergen etc. sind in einwandfreiem hygienischen Zustand.

Die Griechen wollen nicht von europäischen (und auch nicht von russischem oder chinesischem) Geld abhängig sein. Sie sind es gewohnt, selbständig in ihrem Familienbetrieb für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Viele Betriebe sind eingegangen, weil die Kreditzinsen seit der Krise drastisch erhöht worden sind und sie dadurch plötzlich mit weit höheren Tilgungsraten konfrontiert waren, die ihr geplantes Budget weit überstiegen (wie in USA 2010 die Hausbesitzer). In Galatas z.B. sind in den letzten 2 Jahren von 120 Kleinbetrieben 72 eingegangen. Im Bezirk Argolis haben sich im gleichen Zeitraum ca. 6000 Menschen wegen Überschuldung das Leben genommen.

Die vorigen korrupten Regierungen haben die Kreditgelder veruntreut. Bei der Bevölkerung, den Menschen in Griechenland, ist fast nichts angekommen, aber sie müssen es büßen. Den einzigen Fehler, nämlich die alte korrupte Elite zu wählen, haben sie nun korrigiert. Und ausgerechnet die Regierung, die nun mit der Misswirtschaft aufräumen will, wird von der EU-Spitze auflaufen gelassen: weil sie nicht so funktionieren wollen wie ihre Vorgänger, nämlich das Geld von unten nach oben zu verteilen. Es tut uns richtig weh, hier zu erleben, wie über Griechenland durch die Medien Spott und Häme ausgegossen wird, wie die Griechen verunglimpft werden – so wie vor 25 Jahren „die Ossis“! Und wie die Leute das auch noch glauben und dumme Bemerkungen über und, noch schlimmer, gegenüber Griechen äußern.

Eine Mutter erzählte uns, bei einem Besuch in München vor 2 Jahren mit ihren Kindern, wurde sie in einem Restaurant von einem Mann gefragt wo sie her sei, und dann beschimpft, sie solle zurück nach GR abhauen, „wir Deutschen haben euren Flug bezahlt“. Sie und ihre Kinder waren sehr schockiert. Sie sagte, unsere Geste habe sie getröstet. Liebe Landsleute, wenn ihr solche Szenen mitbekommt, bitte helfen Sie der betroffenen Person, trösten sie sie, das kostet nichts außer Mitgefühl und etwas Mut. Griechische Wirte bei uns müssen sich in den letzten Jahren von manchen Gästen üble Bemerkungen anhören. Das finde ich beschämend für unser Volk!

Da gibt es überall Anti-Rassismus-Kampagnen sowie Kampagnen, Moslems zu verstehen; aber mit den Griechen kann man’s ja machen, sie halten her als Sündenbock für den Frust unserer Bevölkerung. Bitte helfen Sie mit, dass das aufhört. Die Menschen in bzw. aus Griechenland wollen nicht unser Geld, sie brauchen und verdienen unsere Solidarität und unser Mitgefühl. Sie möchten uns auf Augenhöhe mit gegenseitigem Respekt begegnen. Wir haben uns daher auch über die vielen positiven Zuschriften aus Deutschland und das große Interesse der deutschen Medien gefreut.

Nina Lange und Ludwig Zaccaro  


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