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Die Geisterstadt El Chaiten

El Chaiten hat etwas von einer Geisterstadt; die Hälfte der Stadt besteht aus verlassenen, halb eingefallenen Häusern, der andere Teil vermittelt den Eindruck, dass alles wieder aufgebaut wird. Was ist geschehen? Dazu der "Lonely Planet":

"Der Vulkan erwacht! Er stand nicht einmal auf der Liste der 120 Vulkane Chiles, doch das sollte sich schnell ändern! Am 2.Mai 2008 begann ein einmonatiger Ausbruch des Vulkans Chaiten, der 10 km nördlich der gleichnamigen Stadt liegt. Die Aschewolke stieg 20 km in die Luft. Das Wüten des Vulkans verursachte Überschwemmungen und Schäden an Wohnhäusern, Straßen und Brücken und tötete Tausende von Rindern. Vulkanische Asche ging noch in Buenos Aires nieder. Glücklicherweise gelang es, in Chaiten und Umgebung 8000 Einwohner zu evakueiren."

Danach beschloss der chilenische Staat, dass der Ort 20 Km entfernt neu aufgebaut werden soll, doch dort kann die Fähre nach Chiloe nicht anlegen. So blieb der Landeplatz erhalten; ein Teil der Bevölkerung wollte den Umzug nicht akzeptieren und begann, sich wieder am alten Ort anzusiedeln.

In Chaiten wurden wir gleich von einem Mann mittleren Alters mit dem Namen "Nick" abgefangen; er war uns schon in Puyuhuapi von einem anderen Reisenden empfohlen worden. Ihm gehört der kostenlose Campingplatz, auf dem wir inmitten von riesigen Nalca-Pflanzen nächtigten. Nur Trinkwasser gibt es am Platz; Toilette und kalte Dusche befinden sich ein Stück weiter, hinter dem Büro der Busgesellschaft. Doch der Campingplatz war nicht der Grund, warum er uns ansprach, sondern seine Touren, die er zu einem günstigen Preis anbietet. Unser Problem war immerr noch oder schon wieder das fehlendes Geld, denn der Geldautomat am Ort war prompt außer Betrieb.

Nick nahm uns trotzdem zu einer seiner Touren mit, im Vertrauen, dass er das Geld von uns später bekommen würde. Wir waren zuerst am Fuße des Vulkans in einer geisterhaften Gegend unterwegs; durch die Wucht des Ausbruchs wurden Bäume umgestürzt, andere verbrannten. Doch welch ein Wunder; aus den abgestoben wirkenden Stümpfen wuchsen neue Triebe.

Es war brütend heiß und wir waren froh, als wir wieder in unserem Kleinbus, Richtung Pumalin-Park saßen. Die Straße dorthin, durch unberührtes Waldgebiet, existiert erst seit 20 Jahren; als sie gebaut wurde, kamen sofort große Holzfirmen und begannen die Region rigoros abzuholzen. Dies bekam Douglas Thompsen, ein nordamerikanischer Millionär, mit. Er kaufte das noch intakte Gebiet und machte den größten Privatpark Chiles daraus. Er nutzte den Park nicht zu seinem Privatvergnügen, sondern machte ihn für alle zugängig und nicht nur das. Den größten Teil davon schenkte er dem chilenischen Staat unter der Bedingung, dass alles so erhalten bleibt, wie es ist. Wir hätten gerne ein paar Tage in einem der Campingplätze dort verbracht, doch es gibt dort keinen Kiosk oder Geschäfte; so muss man alles Essen selbst mitbringen und das war uns ohne Auto, bei einer Entfernung von 30 km von El Chaiten, dann doch zuviel.

Auf unserer Tour besichtigten wir, auf Wanderwegen in urwaldähnlicher Landschaft, über 3000 Jahre alte Alerce-Bäume von gewaltigen Ausmaßen; einen nahen Wasserfall liesen wir natürlich auch nicht aus und kühlten uns dort in eiskaltem Wasser ab. Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher an den Pazifik; brhh, in Chile macht es keinen Spaß, im Meer zu baden!

Am nächsten Tag funktionierte der Geldautomat wieder, doch das Ticket mit der Fähre nach Chiloe hatten wir vorher schon mit der Mastercard bezahlt. Die 20000 Pesos (35 Euos) an Nick für die Tour standen noch aus; doch von ihm war nichts zu sehen; er war wohl schon mit einer anderen Tour unterwegs. Auch das Büro der Busgesellschaft war geschlossen. So wickelten wir das Geld in Papier ein, klebten es zu und übergaben das Päckchen an ein ameri-kanisches Pärchen, welches Nick gestern im Pumalin-Park aufgelesen und nach El Chaiten mitgenommen hatte. Wir baten die beiden, das Päckchen an der Busgesellschaft für Nick abzugeben.

Danach hasteten wir in aller Eile zur Fähre, zu der wir 15 Minuten zu Fuß laufen mußten; puh, das nervt mit all dem Gepäck! Endlich dort angekommen, dauerte es noch fast eine ganze Stunde, bis sie verspätet ablegte. So etwas müßte man vorher wissen!


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